„Auf gesunde Nachbarschaft!“-Wissenspool

Die FGÖ-Initiative „Auf gesunde Nachbarschaft!“ arbeitet vor allem praxisorientiert mit dem gesundheitsfördernden Potenzial nachbarschaftlichen Zusammenhalts, hat sich aber auch die Information und Sensibiliserung zu diesem Themenfeld zum Ziel gesetzt.

Um die Wissensbasis in diesem Bereich zu verbessern, wurde der „Auf gesunde Nachbarschaft!-Wissenspool“ gestartet. In regelmäßigen Abständen bieten wir ihnen daher kurze Zusammenfassungen wissenschaftlicher Studien aus den vergangenen Jahren zu den Themenbereichen der Initiative „Auf gesunde Nachbarschaft!".

Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf wissenschaftliche Evidenz im Zusammenhang zwischen Zusammenhalt/Teilhabe/Engagement und Gesundheit, präsentieren aber auch verwandte Themen. Ein besonderer Fokus wird, dem aktuellen Schwerpunkt der Initiative entsprechend, auf ältere Menschen gelegt.

 

   Lebensqualität durch soziale Kontakte

Foto: vivienviv0 von Pixabay

Wie integriert man ältere Menschen in die Gemeinde?

Das Leben im Alter ist oftmals gezeichnet von Verlust und Einschränkung, was nicht selten in sozialer Isolation mündet – mit fatalen Folgen. Dass dem aber nicht zwangsläufig so sein muss und was man vor allem auf kommunaler Ebene gegen die Einsamkeit von älteren Menschen tun kann, erklärt der Planungsleitfaden „Förderung der sozialen Teilhabe im Alter in Gemeinden“ der Schweizer Gesundheitsförderung.

Was tun gegen Einsamkeit im Alter?
In Würde und gesund zu altern ist ein Wunsch, den alle Menschen hegen. Dies ist jedoch nicht immer leicht, vor allem da „Altern“ im 21. Jahrhundert etwas anderes bedeutet als in den Jahrhunderten zuvor und der Faktor Einsamkeit oft eine tragende Rolle spielt. Was sich verändert hat und welche Voraussetzungen es braucht, um dennoch das Altern gut zu bewerkstelligen, zeigt die Arbeit „Soziale Isolation älterer Menschen. Ursachen, Folgen und technische Lösungsansätze“ des Forschungsinstituts des Roten Kreuzes.

Vielfältige Altersbilder durch den Austausch zwischen den Generationen
Früh übt sich, wer einen positiven Umgang mit dem Alter(n) pflegen möchte. Unter diesem Motto fassen D. Weltzien u. a. die Ergebnisse des Projekts „Begegnungen“ in ihrem Abschlussbericht „Gestützte Begegnungen zwischen Hochaltrigen und Vorschulkindern zur Verbesserung von Lebensqualität und sozialer Teilhabe“ zusammen und erörtern, welche Auswirkungen Treffen zwischen den Generationen auf Kinder haben

Soziale Beziehungen stärken unsere körperliche und geistige Gesundheit
Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind wichtig für unser persönliches Wohlbefinden. Dass sie aber auch ausschlaggebend für unsere geistige und körperliche Gesundheit sein können, belegt die Schweizer Gesundheitsberichterstattung „Soziale Beziehungen und Gesundheit im Kanton Zürich“.

Risikofaktor Einsamkeit: Macht sie uns im Alter krank?
Zahlreiche Forschungen haben bereits gezeigt: Einsamkeit kann unsere Gesundheit negativ beeinflussen. Die chinesische Studie „Loneliness and Cognitive Function in Older Adults: Findings from the Chinese Longitudinal Healthy Longevity Survey“ von Bao-Liang Zhong u.a. untersuchte nun, ob Einsamkeit auch Auswirkungen auf unsere kognitiven Fähigkeiten im Alter haben und unter Umständen sogar chronische Krankheiten begünstigen kann.

Qualitätsvolles Alter(n) durch Eingebundenheit
Sozialwissenschaftliche Studien zum Alter(n) gibt es viele, doch oftmals verliert sich dabei der Blick auf das Wesentliche, nämlich die Lebensqualität alter Menschen. Um wichtige Voraussetzungen dafür festzulegen, wurde für die Studie „Determinanten der Lebensqualität älterer Frauen: zum Stellenwert der wahrgenommenen Sicherheit und Eingebundenheit“ die Auswirkung von lebensräumlichen Aspekten auf das Alter(n) untersucht.

Mehr Wohlbefinden im Alter durch soziale Kontakte
Wir Menschen werden immer älter und die Wissenschaft stellt vermehrt Fragen nach den Voraussetzungen für ein gesundes und zufriedenes Altern. Besonders soziale Kontakte wurden dabei als wichtiger Bestandteil für Gesundheit und Wohlbefinden von älteren Menschen festgestellt. Was aber, wenn ältere Personen bereits in ihren geistigen Fähigkeiten eingeschränkt sind? Können soziale Kontakte auch ihr Wohlgefühl steigern? Dieser Frage geht die Studie „Auswirkungen erhöhter sozialer Unterstützung auf das Wohlbefinden kognitiv beeinträchtigter älterer Menschen“ auf den Grund.

So wichtig sind soziale Beziehungen für unsere Gesundheit
Wie wichtig sind soziale Beziehungen für unsere Gesundheit? Immer mehr Forscher/innen gehen dieser Frage auf den Grund – und das mit erstaunlichen Ergebnissen, wie etwa eine Studie von Julianne Holt-Lunstad u.a. zeigt.

 

   Potenziale der Digitalisierung

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Ältere Menschen und Technik – eine lösbare Herausforderung
Vom Fahrkartenkauf am Automaten bis hin zu digitalen Stadtplänen – unser Alltag wird immer technologisierter. Nicht jeder Mensch kommt damit zurecht. Der Bericht „Mobile Nachbarschaft. Mobilität – Orientierung – Navigation- und Assistive IK Technologie“ von Edeltraud Haselsteiner u.a. fragt daher besonders nach der Lebensrealität von älteren Menschen in modernen Zeiten.

Nachbarschaftliche Vernetzung durch digitale Medien
Obwohl Nachbarschaft meist als Teil der analogen Welt wahrgenommen wird, besitzt auch sie zunehmend eine digitale Seite. Nachbarschaftsplattformen in Deutschland versuchen zunehmend, Menschen digital zu vernetzen, um sie einander auch real näher zu bringen. Wer die Nutzer/innen sind und welche Auswirkungen diese neuen Angebote auf das nachbarschaftliche Zusammenleben haben können, untersuchten Franziska Schreiber und Hannah Göppert in der Studie „Wandel von Nachbarschaft in Zeiten digitaler Vernetzung“.

Länger selbstbestimmt leben mit digitaler Technik
Digitale Technologie vereinfacht unseren Alltag und durchdringt immer mehr und mehr Lebensbereiche. Kein Wunder also, dass sie auch vor dem Alter(n) nicht Halt macht. Obwohl ältere Menschen oftmals Berührungsängste haben, geht die Studie „Digitalisierung für mehr Optionen und Teilhabe“ davon aus, dass auch betagtere Generationen von der „digitalen Welt“ profitieren können.

 

   Sozialraum und Nachbarschaftshilfe

Foto: Borevina von Pixabay

Einsamkeit vorbeugen durch gezielte Stadtarbeit
Einsamkeit ist ein Thema, das jeden Menschen betreffen kann. Manche mehr, andere weniger. Warum das so ist, welche Gruppen besonders gefährdet sind und wo man in der Kommunalarbeit ansetzen kann, um dieses Problem zu mildern oder ihm gar vorzubeugen, untersucht die Studie „(Gem)einsame Stadt? Kommunen gegen soziale Isolation im Alter. Fakten, Trends und Empfehlungen für die Praxis“ des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Körber-Stiftung.

Warum partizipieren? Motivlagen für die gemeinschaftliche Stadtentwicklung
Bürger/innenbeteiligung ist ein beliebtes Instrument der Lokalpolitik, um soziale Problematiken anzugehen. Doch was ist die Motivation von Bürger/inne/n, sich freiwillig für ihre Nachbarschaft zu engagieren? Die Studie „Co-Producing a Nicer Neighbourhood: Why do People Participate in Local Community Development Projects?“ von Daphne Vanleene u.a. stellt genau diese Frage.

Effiziente Stadtentwicklung durch Glücksforschung
Das Glück ist ein Vogerl – und damit es nicht wegfliegt, steht Glücksforschung hoch im Kurs. Dabei gilt es jedoch nicht nur die persönliche Zufriedenheit von Menschen genauer unter die Lupe zu nehmen, sondern auch das allgemeine Wohlergehen im städtischen Raum. Die Studie „Happy Wuppertal – Measuring Individual and Community Well-Being on the Urban Scale“ von Hans Haake und Kai Ludwigs versucht den Zusammenhang zwischen den beiden Bereichen zu erforschen.

Zeit als wertvolle Ressource für Nachbarschaften
Heutzutage befinden sich wirtschaftliche, soziale und lebensräumliche Verhältnisse stark im Wandel, weshalb gut funktionierende Nachbarschaften immer wichtiger werden. Vor allem Zeit spielt dabei eine wesentliche Rolle. Warum das so ist und was das konkret für Nachbarschaftsnetzwerke bedeutet, haben T. Fischer u.a. in ihrem Artikel „Über den Mehrwert organisierter Nachbarschaftshilfe - dargestellt am Beispiel des Zeit-Hilfs-Netzes Steiermark“ festgehalten.

Leben im Quartier: Wichtig für Selbstständigkeit und Wohlbefinden im Alter
Welche Bedeutung haben das außerhäusliche Wohnhandeln, verschiedene Facetten von Nachbarschaftserleben, Zugänglichkeitsbarrieren und die erlebte Verbundenheit mit dem eigenen Stadtteil für das Wohlbefinden im hohen Alter? Dieser Frage ging das Projekt „‚Hier will ich wohnen bleiben!‘ – Zur Bedeutung des Wohnens in der Nachbarschaft für gesundes Altern“ (BEWOHNT) nach.

Vom Wert der Nachbarschaftshilfe für ein gutes Alter(n)
Viele Forschungen belegen inzwischen, dass eine gute Nachbarschaft positive Auswirkungen auf die körperliche und geistige Gesundheit aller Menschen hat. Ob informelle Nachbarschaftshilfe auch den Lebensalltag von älteren und dadurch zunehmend eingeschränkten Menschen erleichtern kann, ist Thema der Schweizer Studie „Soziale Unterstützung in der Nachbarschaft“.

 

   Medizinische Forschungen zu verschiedenen Themen

Foto: Darko Stojanovic von Pixabay

Mit Demenz leben: Was weiß die Forschung über Ressourcen und Potenziale im Umgang mit der Krankheit?
Demenzerkrankungen sind nicht nur ein weltweites Phänomen, sondern für viele Menschen schlichtweg Alltagsrealität. Doch was genau wissen wir eigentlich über diese komplexe Krankheit? In der Studie „Living with Dementia: A Meta-synthesis of Qualitative Research on the Lived Experience” versuchte das Team um Sylwia Górska für ein besseres Verständnis herauszufinden, wie Betroffene mit der Diagnose und ihren Folgen umgehen und welchen Nutzen die Wissenschaft daraus ziehen kann.

Gesundes Alter(n) durch Bildung und Aktivsein
Die Untersuchung „Education Inequalities in Health Among Older European Men and Women: The Role of Active Aging“ geht der Frage nach, ob und inwiefern die bildungsbezogenen Unterschiede in der Gesundheit älterer Menschen durch Unterschiede im Zugang zum „aktiven Altern“ erklärt werden könnten.

Lebenslanges Lernen verbessert das Alter(n)
Wer aus Erfahrungen nicht lernt, hat nie erfahren, was Lernen ist“, wusste schon der deutsche Aphoristiker Gerhard Uhlenbruck. Auch die Studie „I Learn, Therefore I am: A Phenomenological Analysis of Meanings of Lifelong Learning for Vulnerable Older Adults“ geht davon aus, dass eine dauerhafte Lernerfahrung positive Auswirkungen auf die Lebensqualität von sozial benachteiligten alten Menschen haben kann.

 

Eine Initiative des Fonds Gesundes Österreich
Logos Ministerium für Frauen und Gesundheit, Gesundheit Österreich GmbH und Fonds Gesundes Österreich